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Jahrgangskombinierte Klassen an Grundschulen

Zum Konzept

Jahrgangskombinierte Klassen umfassen in der Regel Lerngruppen, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 1 und 2 bzw. der Jahrgangsstufen 3 und 4 zusammensetzen. Die Einrichtung dieser Kombiklassen beruht auf pädagogischen Konzepten, die - wie im Bereich der Elementarpädagogik auch - mit altersheterogenen Gruppen arbeiten und die Verschiedenheit an Wissen und Erfahrung innerhalb einer solchen Gruppe für das Lernen nutzen.

Die erzieherische und unterrichtliche Arbeit in jahrgangskombinierten Klassen orientiert sich - wie die Arbeit in jahrgangsreinen Klassen - an dem für die bayerischen Grundschulen konzipierten LehrplanPlus , der auch für Regelklassen Komepetenzerwartungen jeweils am Ende der Jahrgangsstufen 2 und 4 definiert (https://www.lehrplanplus.bayern.de/schulart/grundschule).

Dem jeweils auf zwei Jahre angelegten Lernprozess gilt es in jahrgangskombinierten Klassen im Klassenlehrplan wie im täglichen Unterricht in besonderer Weise didaktisch, methodisch und organisatorisch gerecht zu werden.

Lernen in jahrgangsheterogenen Gruppen entspricht in mancher Hinsicht dem Lernen in nichtschulischen Bereichen wie Familie oder Freundeskreis. Neben dem Lernen am Modell spielt hier vor allem das Lernen in Helfer- bzw. Tutorensystemen, in Patenschaften und in Lerntandems eine zentrale Rolle. Diese Unterstützungsmöglichkeiten können besonders gut in offene Lernformen wie Wochenplanarbeit, Projektarbeit, Arbeit an Lerntheken oder mit Lernbausteinen etc. eingebracht werden.

Experten für jahrgangskombiniertes Unterrichten

In jedem Schulamtsbezirk finden Sie einen oder mehrere "Experten für jahrgangskombiniertes Unterrichten", die Ihnen bei Fragen zum Unterricht in Kombiklassen zur Verfügung stehen sowie Fortbildungen und Hospitationsmöglichkeiten für Lehrkräfte anbieten.

Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an das jeweilige Staatliche Schulamt.
Deren Kontaktadressen finden Sie unter https://regierung.niederbayern.bayern.de/aufgabenbereiche/4/vs/schule/schulaemterverzeichnis/index.php.

Rechtsgrundlage

Grundlage für das Unterrichten in jahrgangskombinierten Klassen ist Artikel 32 Abs. 2 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetze (BayEUG). Demnach können an allen Grundschulen in Bayern Jahrgangsklassen gebildet oder zwei Jahrgangsstufen in einer Klasse zusammengefasst werden.
Außerdem werden jedes Jahr Richtlinien zur Klassenbildung veröffentlicht, die weitere Informationen und Maßgaben enthalten, so z.B. den Hinweis, dass jahrgangskombinierte Klassen auch parallel zu jahrgangsreinen Klassen unterrichtet werden können.

Weitere Informationen

"Flexible Grundschule"

Im Schulversuch Flexible Grundschule in den Schuljahren 2010/2011 bis 2013/2014 hat die Stiftung Bildungspakt zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst neue Wege erprobt, um die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler als Chance zu nutzen.Auf der Basis der positiven Evaluationsergebnisse aus dem Schulversuch können seit dem Schuljahr 2014/2015 weitere Schulen das Profil erwerben.

Ziel ist es, den Grundschülerinnen und Grundschülern Wege zu eröffnen, die ihren unterschiedlichen Begabungen und Interessen sowie ihrer individuellen Lernentwicklung noch besser gerecht werden.
Demzufolge sieht die Flexible Grundschule ein passgenaues und individualisierendes Lernangebot für die Eingangsstufe vor. Die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler in den jahrgangsgemischten Klassen wird als Chance für ein gemeinsames Lernen von- und miteinander genutzt. Der unterschiedlichen Entwicklung ist auch die Verweildauer angepasst: Die Schülerinnen und Schüler können die Eingangsstufe in einem, zwei oder drei Jahren durchlaufen.

Weitere Informationen zum Schulversuch finden Sie unter:

Ansprechpartner
Mark Bauer-Oprée
Tel.: 08 71 / 8 08-15 02
E-Mail: mark.bauer-opree@reg-nb.bayern.de