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40 Jahre Vogelschutzrichtlinie - Veranstaltung Landkreis Deggendorf

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Die Regierung von Niederbayern - Höhere Naturschutzbehörde - hat zusammen mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Deggendorf am 29.03.2019 die Veranstaltungsreihe zum Jubiläum "40 Jahre Vogelschutzrichtlinie in Niederbayern" fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand diesmal der seltene Mittelspecht als Leitart für den Hartholzauwald im Natura-2000-Gebiet "Isarmündung" im Landkreis Deggendorf.

Der stellvertretende Landrat Roman Fischer begrüßte die rund 70 geladenen Gäste im Infohaus Isarmündung - Dr. Georg Karl Haus - und eröffnete die Sonderausstellung "Lebendiges Totholz" des Naturschutzbundes Österreich. Sie zeigt anschaulich, wie wichtig in Wäldern sogenanntes "Totholz" ist; denn der Begriff "Totholz" ist erst einmal irreführend. Nichts ist lebendiger als Totholz! Von 13.000 im Wald lebenden Pflanzen-, Pilz- und Tierarten sind rund 4.500 Arten an Totholz gebunden!

Stefan Radlmair, Leiter der Höheren Naturschutzbehörde unterstrich in seinem Grußwort zum Jubiläum der Vogelschutzrichtlinie "dass es das Ziel sein muss, das dramatische Artensterben endlich zu stoppen. Hierbei müssten insbesondere die staatlichen und kommunalen Stellen sowie die Land- und Forstwirtschaft als die größten Flächennutzer noch größere Anstrengungen unternehmen, um ein Trendwende erreichen zu können. Aber auch jeder Einzelne kann durch rücksichtsvolles Verhalten in der freien Natur und vor allem seinen Lebensstil einen Beitrag zur Erhaltung unserer Artenvielfalt leisten. Um das gesellschaftliche Bewusstsein für unsere Naturschätze zu fördern, käme der Umweltbildung, die hier im Infohaus Isarmündung vorbildhaft umgesetzt würde, eine besondere Bedeutung zu. Ein Lichtblick sei: FFH- und Vogelschutzrichtlinie zeigen Wirkung, wenn sie konsequent umgesetzt werden.

Im Anschluss begeisterte der Zoologe und Specht-Experte Prof. Dr. Zahner von der Fachhochschule Weihenstephan -Triesdorf die Anwesenden mit seinem lebendigen Vortrag über das spannende Leben und die ökologische Bedeutung der verschiedenen Spechtarten in unseren Wäldern.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die ersten fünf Natura-2000-Paten für den Landkreis Deggendorf gewürdigt. Stefan Radlmair überreichte die von Herr Staatsminister Thorsten Glauber unterzeichneten Urkunden an:

Jürgen Tauer (Naturschutzwart der Wasserwacht Ortsgruppe Plattling)

Herr Tauer leitet und organisiert als Naturschutzwart seit vielen Jahren die sehr aktive Kindergruppe der Wasserwacht Ortsgruppe Plattling. Zusätzlich ist er Ausbilder für Gewässer-, Natur- und Umweltschutz für die Wasserwacht auf Bezirksebene und Naturschutzwächter für den Landkreis Deggendorf. Durch aktive Naturschutzarbeiten vor Ort verbreitet er wertvolles Wissen rund um den Gedanken von Natura 2000 und motiviert die Kinder aus dem näheren und weiteren Umfeld zum aktiven Handeln bei dessen Umsetzung. Gerne zeigt er dem Nachwuchs im Rahmen von Ausflügen verschiedene Tier- und Pflanzenarten, die für Natura 2000 von besonderer Relevanz sind und sensibilisiert so die nächste Generation für unser niederbayerisches Naturerbe.

Josef Baumgartner (LBV-Mitglied und Naturfotograf)

Herr Baumgartner beobachtet und fotografiert ehrenamtlich Vögel insbesondere in den Vogelschutzgebieten entlang der Donau und stellt den Naturschutzverbänden und Naturschutzbehörden wertvolles Fotomaterial für Broschüren und Ausstellungen kostenlos zur Verfügung. Mit Leidenschaft trägt er durch zahl- und bilderreiche Vorträge über unsere niederbayerische Vogelwelt, sowie auch über europäische Vogelschutzgebiete in anderen Ländern maßgeblich zur öffentlichen Wahrnehmung unserer gefiederten Freunde bei.

Dr. Josef Dachs (LBV-Mitglied und Orchideenspezialist)

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Als einer der ersten kümmert sich Herr Dr. Josef Dachs schon seit Jahrzehnten um die Erhaltung von Orchideen im Natura-2000-Gebiet Isarmündung aber auch in anderen Natura-2000-Gebieten benachbarter Landkreise. Als Orchideenspezialist liefert er neben Kartierungsergebnissen auch wichtige Hinweise zum Erhalt und Optimierung von Orchideenpopulationen und trägt damit maßgeblich zur Umsetzung von Natura 2000 bei.

Walter Hanschitz-Jandl (LBV-Mitglied und Ornithologe)

Herr Walter Hanschitz-Jandl bietet regelmäßig ehrenamtlich ornithologische Führungen in Natura-2000-Gebieten an und teilt den Naturschutzbehörden wichtige Beobachtungen mit. Durch die Vermittlung und Weitergabe seiner Kenntnisse sorgt er sowohl ideell als auch fachlich sehr für den Schutz der gefiederten Natura 2000 Schätze. Aber auch bei Libellen und Pilzen erweitert er die Artenkenntnis interessierter Bürgerinnen und Bürger und sensibilisiert diese so für die Vielfalt, die es auch bei Natura 2000 zu erhalten gilt.

Pfarrer Heinrich Blömecke (LBV-Mitglied)

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Den Zusammenhang zwischen dem Schöpfungsgedanken und der Idee von Natura 2000 vermittelt Herr Pfarrer Heinrich Blömecke bei regelmäßigen ehrenamtlichen ornithologischen Führungen oder auch einmal bei einem Gottesdienst mitten im Gebiet. Er unterstützt die Bemühungen der Naturschutzbehörden zum Erhalt von wiesenbrütenden Vogelarten insbesondere im Natura-2000-Gebiet Isarmündung aber nicht nur verbal, sondern bewirtschaftet selbst einige Wiesen im Wiesenbrüterschutzgebiet ‚Lange Lüsse' vorbildlich im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogrammes.

Die Sonderausstellung "Lebendiges Totholz" im Infohaus Isarmündung (Maxmühle 3
94554 Moos) ist geöffnet vom 29.03.2019 bis 22.04.2019 jeweils von Mittwoch bis Sonntag sowie an allen Feiertagen mit Ausnahme von Karfreitag von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Am 7. April findet ergänzend ab 15 Uhr eine Exkursion zu den Spechten im den Isar-Auwald mit Gebietsbetreuer Thomas Schoger-Ohnweiler statt.

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