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Pressemitteilung 403/2012

03.01.2013 - 403/2012
Landkreis Deggendorf / Städtebau
Auch 2012 gab es wieder Geld für Städte und Gemeinden
20,9 Millionen Euro Städtebauförderung für Niederbayern im Jahr 2012

Pm12403 Historisches Gasthaus in der Ortsmitte von
Unterwinzer erstrahlt in neuem Glanz

Nach turbulenten Jahren mit Mittelkürzungen und neuen, teilweise zeitlich befristeten Sonderprogrammen kann die Städtebauförderung in Niederbayern auf ein eher ruhiges Förderjahr zurückblicken. Das gilt erfreulicherweise nicht für das Fördervolumen und die Anzahl der realisierten Projekte. Mit 20,9 Millionen Euro Fördermitteln von EU, Bund und Freistaat konnten 63 Städte und Gemeinden in Niederbayern unterstützt werden. Damit hatte die Städtebauförderung in Niederbayern, wie Regierungspräsident Heinz Grunwald im traditionellen Jahresrückblick mitteilt, sogar etwas mehr Mittel zur Verfügung als im vorangegangenen Jahr. Mit dem Auslaufen der aktuellen EU-Förderperiode konnten gerade in diesem Jahr einige besonders große und für die jeweiligen Gemeinden und ihr Umland wichtige Projekte fertig gestellt werden.

Ein gelungenes Beispiel aus dem Landkreis Deggendorf ist die Neugestaltung und Wiederbelebung der Ortsmitte in Unterwinzer. Der Ortsteil Unterwinzer hatte in den vergangenen Jahren einen zunehmenden Gebäudeleerstand zu verzeichnen, dem schließlich auch das „Gasthaus zur Post“ zum Opfer fiel. Das Gasthaus, das erstmals im 15. Jahrhundert dokumentarisch erwähnt wurde, war nach der Kirche die tragende wirtschaftliche, kulturelle und soziale Einrichtung im Zentrum von Unterwinzer. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Gasthaus um einen zweigeschossigen Galeriesaal erweitert. Da über mehrere Jahre hinweg kein Pächter gefunden werden konnte, hat der Markt Winzer den Gebäudekomplex erworben und saniert. Im vorderen Bereich des Gebäudes wurde der Gasthausbetrieb im Erdgeschoss erhalten und im 1. Obergeschoss der bisherige Wohnbereich zu Tagungs- und Seminarräumen umgebaut. Eine neue Küchenanlage sowie eine Toilettenanlage sind in einem Neubau untergebracht. Der sanierte Galeriesaal steht als öffentlicher Bürgersaal der Allgemeinheit für vielerlei öffentliche und private Veranstaltungen wie Versammlungen, Feierlichkeiten, Ausstellungen etc. zur Verfügung. Mit der Wiederbelebung des ehemaligen Gasthauses zur Post wurde auch das Umfeld wie die Jahn- und Pledlstraße neu gestaltet. Nach Abbruch von zwei Gebäuden entstand vor dem Gebäudebestand der ehemaligen Korbwarenfabrik Mosler ein kleiner Platz, der von der Bevölkerung für diverse Veranstaltungen und als Ort der Begegnung genutzt werden kann. Mittelpunkt des Platzes bildet das Korbflechterdenkmal aus Bronze, welches einen mit Körben bepackten Karren für die Bahnverladung nach Osterhofen darstellt.

Die Gesamtkosten für die Maßnahme betragen rund 3,1 Millionen Euro, davon erhält der Markt Winzer aus dem EFRE-Programm und dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm Zuschüsse der Europäischen Union, des Bundes und des Freistaats in Höhe von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

Im nächsten Jahr gilt es voraussichtlich den Gürtel wieder etwas enger zu schnallen. Zum Einen wird, wie schon länger angekündigt, das Bund-Länder-Grundprogramm, über 40 Jahre die tragende Säule der Städtebauförderung in Bayern, eingestellt. Die betroffenen Gemeinden wurden deshalb bereits in den vergangenen Jahren auf andere Programme umgeleitet, soweit Sanierungsmaßnahmen nicht ohnehin zum Abschluss gebracht werden konnten.