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Pressemitteilung 404/2012

03.01.2013 - 404/2012
Landkreis Freyung-Grafenau / Städtebau
Auch 2012 gab es wieder Geld für Städte und Gemeinden
20,9 Millionen Euro Städtebauförderung für Niederbayern im Jahr 2012

Pm12404 1Marktplatz Perlesreut – er bietet
nun Raum für Veranstaltungen

Nach turbulenten Jahren mit Mittelkürzungen und neuen, teilweise zeitlich befristeten Sonderprogrammen kann die Städtebauförderung in Niederbayern auf ein eher ruhiges Förderjahr zurückblicken. Das gilt erfreulicherweise nicht für das Fördervolumen und die Anzahl der realisierten Projekte. Mit 20,9 Millionen Euro Fördermitteln von EU, Bund und Freistaat konnten 63 Städte und Gemeinden in Niederbayern unterstützt werden. Damit hatte die Städtebauförderung in Niederbayern, wie Regierungspräsident Heinz Grunwald im traditionellen Jahresrückblick mitteilt, sogar etwas mehr Mittel zur Verfügung als im vorangegangenen Jahr. Mit dem Auslaufen der aktuellen EU-Förderperiode konnten gerade in diesem Jahr einige besonders große und für die jeweiligen Gemeinden und ihr Umland wichtige Projekte fertig gestellt werden.

Ein aktuelles Beispiel aus dem Landkreis Freyung-Grafenau ist die Neugestaltung des Marktplatzes in Perlesreuth. Der im Jahre 2007 durchgeführte Realisierungswettbewerb war die Initialzündung für die Belebung der Ortsmitte. Ziel war es, durch eine Neugestaltung den Einzelhandel zu stärken, die Attraktivität des Stadtraumes zu steigern und die Investitionstätigkeit am Ort anzuregen.
Das Erscheinungsbild war vor der Neugestaltung dominiert vom Parkverkehr und beeinträchtigt durch störende Einbauten. Der Marktplatz entsprach nicht mehr den Anforderungen an die heutige Zeit.
Durch leichtes Verschwenken der Marktstraße auf dem Hochpunkt und gleichzeitigen Wegfall der Bushaltestellen bietet der Marktplatz nun Raum für unterschiedlichste Nutzungen und Veranstaltungen. Mit Brunnen, Maibaum und einheitlicher, barrierefreier Pflasterung konnte eine hohe Qualität geschaffen werden. Hochborde wurden entfernt, die Straßenführung wurde durch 3-zeilige Pflasterreichen betont. Sämtliche Podeste und Treppenanlagen der Hauseingänge wurden platzsparend sowie einheitlich ausgebildet.

Pm12404 2Marktbrunnen von Josef Sailstorfer

Im Zuge der Maßnahme wurde eine künstlerische Lösung für die Gestaltung des Brunnens an zentraler Stelle gefunden. Josef Sailstorfer aus Landshut konnte mit seinem Entwurf einer rechteckigen Brunnenskulptur aus Granit überzeugen, welche am höchsten Punkt des Marktplatzes installiert wurde.
Neben dem zentralen Platz konnten auch seitlich angrenzende Bereiche mitgestaltet werden. Private Eigentümer ergriffen die Initiative, um mit Hilfe des Fassadenprogramms den Gebäudebestand wieder in Szene zu setzten.
Das Projekt wurde im Rahmen der EU- Strukturfondförderung bezuschusst. Ziel dieses Programms ist die Erhöhung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung der Beschäftigung im ländlichen Raum. Die Maßnahme wird mit Mittel der EU und des Landes in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro unterstützt.

Im nächsten Jahr gilt es voraussichtlich den Gürtel wieder etwas enger zu schnallen. Zum Einen wird, wie schon länger angekündigt, das Bund-Länder-Grundprogramm, über 40 Jahre die tragende Säule der Städtebauförderung in Bayern, eingestellt. Die betroffenen Gemeinden wurden deshalb bereits in den vergangenen Jahren auf andere Programme umgeleitet, soweit Sanierungsmaßnahmen nicht ohnehin zum Abschluss gebracht werden konnten.

Die zweite Änderung betrifft das EU-Programm, in dem Niederbayern im kommenden Jahr keine Mittel mehr erhalten wird. Das ist in diesem Fall jedoch keine schlechte Nachricht, weil Niederbayern wegen der guten Programmumsetzung bereits in den vergangenen Jahren durch Umschichtungen aus anderen Regierungebezirken überdurchschnittliche Zuteilungen erhalten hat. Die betroffenen Projekte konnten damit rascher bewilligt und vor allem auch abfinanziert werden. Ob es hier ein Anschlussprogramm geben wird und wie dieses thematisch ausgerichtet wird, wird derzeit noch verhandelt. Über eine Fortführung würde sich Grunwald sehr freuen, weil gerade mit diesem Programm herausragende Projekte unterstützt werden können, die aufgrund ihres Mittelbedarfs in herkömmlichen Programmen nur schwer oder nur in mehreren Schritten untergebracht werden können.