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Pressemitteilung 406/2012

03.01.2013 - 406/2012
Landkreis Landshut / Städtebau
Auch 2012 gab es wieder Geld für Städte und Gemeinden
20,9 Millionen Euro Städtebauförderung für Niederbayern im Jahr 2012

Pm12406 1Gerzen vor der Neugestaltung

Nach turbulenten Jahren mit Mittelkürzungen und neuen, teilweise zeitlich befristeten Sonderprogrammen kann die Städtebauförderung in Niederbayern auf ein eher ruhiges Förderjahr zurückblicken. Das gilt erfreulicherweise nicht für das Fördervolumen und die Anzahl der realisierten Projekte. Mit 20,9 Millionen Euro Fördermitteln von EU, Bund und Freistaat konnten 63 Städte und Gemeinden in Niederbayern unterstützt werden. Damit hatte die Städtebauförderung in Niederbayern, wie Regierungspräsident Heinz Grunwald im traditionellen Jahresrückblick mitteilt, sogar etwas mehr Mittel zur Verfügung als im vorangegangenen Jahr. Mit dem Auslaufen der aktuellen EU-Förderperiode konnten gerade in diesem Jahr einige besonders große und für die jeweiligen Gemeinden und ihr Umland wichtige Projekte fertig gestellt werden.

Pm12406 2Gerzen kurz vor Fertigstellung

Aktuelle Beispiele aus dem Landkreis Landshut sind die Neugestaltung des Kirchenumfelds und der Resenödstraße in Gerzen und die Neugestaltung der Ortsmitte in Niederaichbach.
Nachdem in Gerzen bereits 2009 mit der Sanierung der „guten Stube“, der Hofmark, der zentrale Punkt im Ortskern gestalterisch und funktional aufgewertet wurde, konnte nun auch im Anschluss an die Neugestaltung der Frontenhausener- und Vilsbiburgerstraße die Resenödstraße und das südwestliche Kirchenumfeld umgebaut werden. Beides war bereits im städtebaulichen Entwicklungskonzept vorgesehen.

Neben der Neugestaltung der Seitenflächen, sowie der Anlage neuer Fußwegeverbindungen und einer Querungshilfe im Bereich der Schulen wird eine verbesserte Anbindung der anliegenden Wohnbebauung an Schule, Kindergarten, Rathaus, Kirche, Friedhof sowie an die Ortsmitte erreicht. Die Maßnahme trägt somit auch zu einer höheren Sicherheit für Fußgänger sowie für Kinder auf dem täglichen Weg zur Schule bei.
Im Zuge der Neugestaltung konnten die Hochspannungsleitungen in die Erde verlegt werden, sowie das Trafohäuschen abgebrochen werden. Dadurch wurde der Blick Richtung Kirche freigestellt.
Die Maßnahme wurde bei Gesamtkosten von rund. 2,4 Millionen. Euro im Rahmen des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms - Stadtumbau West mit Fördermittel von rund 1,2 Millionen Euro unterstützt.

Pm12406 3Vorfeld der Schule in Niederaichbach vor
der Neugestaltung

Auch die Ortsmitte in Niederaichbach wurde neu gestaltet. Der Umgriff der aktuellen Maßnahme reicht von der Isarbrücke im Süden über den Kindergarten, das Schulzentrum, dem Kirchenvorplatz bis zum Rathaus. Vor einigen Jahren wurde der Bereich südlich des Kindergartens umgestaltet, welcher die Einfahrt von Süden darstellt. Im Jahre 2008 wurde bereits mit Hilfe der Städtebauförderung die Festwiese neu geordnet, öffentliche Stellplätze angelegt und das Vereinsheim nach einem Teilabbruch aufgestockt.
Ziel der Neugestaltung ist eine klare funktionale Gliederung der Flächen. Speziell der Bereich vor der Schule konnte durch die Umgestaltung neu geordnet werden und trägt somit auch zu einer höheren Sicherheit für die Kinder auf dem täglichen Weg zu Schule und Kindergarten bei. Die fußläufige Erschließung wurde gezielt von der Fahrbahn abgerückt.

Pm12406 4Vorfeld der Schule in Niederaichbach kurz
vor Fertigstellung

Der neugestaltete Vorbereich vor Kirche und Schule stellt nun einen Raum dar, welcher zu den unterschiedlichsten Anlässen wie z.B. Christkindlmark optimal bespielt werden kann. Durch die Großbaumpflanzungen entlang der Straße und die Lichtgestaltung wird die neu geschaffene Raumsituation unterstrichen.
Zu dem einheitlichen Erscheinungsbild tragen die vom Planungsbüro gestalteten mulifunktionalen Unterstellhäuschen bei. Die Häuschen werden sowohl als Wartehäuschen für den Bus, als Müll- und Fahrradunterstellmöglichkeit für die Schule, als auch für Veranstaltungen genutzt.
Die Neugestaltung der Ortsmitte in Niederaichbach wird im Rahmen des Bayerischen Städtebauförderungsprogramms als Einzelvorhaben mit rund. 540 000 Euro seitens des Freistaats Bayerns bezuschusst.

Im nächsten Jahr gilt es voraussichtlich den Gürtel wieder etwas enger zu schnallen. Zum Einen wird, wie schon länger angekündigt, das Bund-Länder-Grundprogramm, über 40 Jahre die tragende Säule der Städtebauförderung in Bayern, eingestellt. Die betroffenen Gemeinden wurden deshalb bereits in den vergangenen Jahren auf andere Programme umgeleitet, soweit Sanierungsmaßnahmen nicht ohnehin zum Abschluss gebracht werden konnten.

Die zweite Änderung betrifft das EU-Programm, in dem Niederbayern im kommenden Jahr keine Mittel mehr erhalten wird. Das ist in diesem Fall jedoch keine schlechte Nachricht, weil Niederbayern wegen der guten Programmumsetzung bereits in den vergangenen Jahren durch Umschichtungen aus anderen Regierungebezirken überdurchschnittliche Zuteilungen erhalten hat. Die betroffenen Projekte konnten damit rascher bewilligt und vor allem auch abfinanziert werden. Ob es hier ein Anschlussprogramm geben wird und wie dieses thematisch ausgerichtet wird, wird derzeit noch verhandelt. Über eine Fortführung würde sich Grunwald sehr freuen, weil gerade mit diesem Programm herausragende Projekte unterstützt werden können, die aufgrund ihres Mittelbedarfs in herkömmlichen Programmen nur schwer oder nur in mehreren Schritten untergebracht werden können.