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Pressemitteilung 408/2012

03.01.2013 - 408/2012
Landkreis Regen / Städtebau
Auch 2012 gab es wieder Geld für Städte und Gemeinden
20,9 Millionen Euro Städtebauförderung für Niederbayern im Jahr 2012

Pm12408Stadtplatz mit Marienbrunnen

Nach turbulenten Jahren mit Mittelkürzungen und neuen, teilweise zeitlich befristeten Sonderprogrammen kann die Städtebauförderung in Niederbayern auf ein eher ruhiges Förderjahr zurückblicken. Das gilt erfreulicherweise nicht für das Fördervolumen und die Anzahl der realisierten Projekte. Mit 20,9 Millionen Euro Fördermitteln von EU, Bund und Freistaat konnten 63 Städte und Gemeinden in Niederbayern unterstützt werden. Damit hatte die Städtebauförderung in Niederbayern, wie Regierungspräsident Heinz Grunwald im traditionellen Jahresrückblick mitteilt, sogar etwas mehr Mittel zur Verfügung als im vorangegangenen Jahr. Mit dem Auslaufen der aktuellen EU-Förderperiode konnten gerade in diesem Jahr einige besonders große und für die jeweiligen Gemeinden und ihr Umland wichtige Projekte fertig gestellt werden.

Ein gelungenes Beispiel aus dem Landkreis Regen ist der neu gestaltete Stadtplatz in Regen, der als Impulsprojekt im Programm „Stadtumbau-West“ realisiert werden konnte.
Im Vordergrund der durch das Büro Weber & Partner entwickelten Maßnahme standen die Schaffung gut begehbarer und barrierefreier Flächen für Fußgänger mit einem verbesserten Zugang zum Rathaus, mehr Aufenthaltsqualität und dadurch eine Wiederbelebung des gesamten Umfeldes. In diesem topografisch schwierigen Gelände war dies eine Herausforderung. Wichtige Bausteine zum Gelingen waren die Verlegung des Buswendeplatzes zum Moitzerlitzplatz und des Kriegerdenkmals, das am Kirchplatz einen würdigen neuen Standort erhalten hat.

Herausragende Gestaltungselemente des neuen Platzes sind der freigelegte Bärndorfer Bach, der sich gerade bei Kindern großer Beliebtheit erfreut, die neu angelegten Terrassen, Sitzstufen und Rampen, die den Platz auch für Gehbehinderte zu einer Bühne für vielfältige Nutzungen machen und den Geschäften, der Gastronomie und dem Rathaus großzügige Vorbereiche zuweisen. Ebenfalls herausragend ist der neue Standort für den Marienbrunnen, der ihn an der Platzeinfahrt in die zentrale Achse schiebt und gleichzeitig den Platz selbst aber von Einbauten freihält. Der Rückbau der massiven Brüstung an der Rathausauffahrt lässt die historischen Gebäudefassaden einschließlich des Rathauses selbst wieder in den Vordergrund treten.

Die Stadt erhielt so eine städtebaulich hochwertige und anspruchsvolle Stadtmitte, die bereits jetzt eine erste Stärkung der vorhandenen Nutzungsstrukturen und eine Wiederbelebung von Leerständen erkennen lässt.
Die zuwendungsfähigen Kosten von rund 3 Millionen Euro konnten bisher vom Bund und vom Freistaat mit je 773 000 Euro im Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“, sowie mit einer Zusatzförderung aus dem Struktur- und Härtefonds von 440 000 Euro bezuschusst werden. Dadurch konnte der überwiegende Teil der Maßnahme mit einem Fördersatz von 80% gefördert werden.

Im nächsten Jahr gilt es voraussichtlich den Gürtel wieder etwas enger zu schnallen. Zum Einen wird, wie schon länger angekündigt, das Bund-Länder-Grundprogramm, über 40 Jahre die tragende Säule der Städtebauförderung in Bayern, eingestellt. Die betroffenen Gemeinden wurden deshalb bereits in den vergangenen Jahren auf andere Programme umgeleitet, soweit Sanierungsmaßnahmen nicht ohnehin zum Abschluss gebracht werden konnten.

Die zweite Änderung betrifft das EU-Programm, in dem Niederbayern im kommenden Jahr keine Mittel mehr erhalten wird. Das ist in diesem Fall jedoch keine schlechte Nachricht, weil Niederbayern wegen der guten Programmumsetzung bereits in den vergangenen Jahren durch Umschichtungen aus anderen Regierungebezirken überdurchschnittliche Zuteilungen erhalten hat. Die betroffenen Projekte konnten damit rascher bewilligt und vor allem auch abfinanziert werden. Ob es hier ein Anschlussprogramm geben wird und wie dieses thematisch ausgerichtet wird, wird derzeit noch verhandelt. Über eine Fortführung würde sich Grunwald sehr freuen, weil gerade mit diesem Programm herausragende Projekte unterstützt werden können, die aufgrund ihres Mittelbedarfs in herkömmlichen Programmen nur schwer oder nur in mehreren Schritten untergebracht werden können.