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Pressemitteilung 10/2013

08.01.2013 - 10/2013
Landkreis Deggendorf / Natur und Umwelt
„Deggendorfer Himmelreich“ nun Naturschutzgebiet

Das „Deggendorfer Himmelreich“ ist zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Dieses Gebiet auf dem Höhenrücken am westlichen Deggendorfer Stadtrand ist damit das erste Naturschutzgebiet im Regierungsbezirk Niederbayern, das vorrangig dem Schutz von Pilzen dient.

Nach Anfangsschwierigkeiten ging das Inschutznahmeverfahren schnell und reibungslos über die Bühne. Die Stadt Deggendorf, die Bundespolizei und die Regierung von Niederbayern zogen an einem Strang und auch die Bundesimmobilienverwaltung zeigte sich konstruktiv. Ebenso konnten die von Bürgern und Institutionen geäußerten Einwendungen und Wünsche zum Verordnungsentwurf weitgehend berücksichtigt werden.

Das jüngste niederbayerische Naturschutzgebiet ist ca. 104 ha groß und umfasst ca. 88 ha Bundesfläche, ca. 14,5 ha städtische Grundstücke und 1,7 ha privates Eigentum. Es setzt sich etwa zu gleichen Teilen aus ungedüngten Schafweiden und Wiesen und wenig intensiv genutzten Waldbereichen zusammen. Sein naturschutzfachlicher Wert beruht vor allem auf einem für Niederbayern einmaligen Reichtum an Pilzarten bisher wurden an die 650 Großpilze kartiert. Einige der Pilze – speziell Saftlinge und Ellerlinge – sind gefährdet und stehen unter besonderem Schutz. Von großer Bedeutung sind die Weide- und Wiesen-Lebensräume aber auch für viele selten gewordene Blütenpflanzen- und Insektenarten.

Die traditionellen Übungen von Bundespolizei und Technischem Hilfswerk sind unter gewissen Auflagen mit dem Zweck des Naturschutzgebiets vereinbar und somit weiterhin zulässig. In der Schutzgebietsverordnung konnte auch berücksichtigt werden, dass das Himmelreich der Stadtbevölkerung seit vielen Jahren als wichtiges Naherholungsgebiet dient: Das Himmelreich ist somit ein Naturschutzgebiet „zum Anfassen“. Die Verordnung untersagt nur Tätigkeiten, die das Naturschutzgebiet ernsthaft gefährden, wie Fahren und Reiten abseits der Wege, Feuermachen, Zelten und Lagern, Lärmen sowie Ausgraben von Pflanzen. Erlaubt bleiben dagegen weiterhin zum Beispiel Drachensteigen, Langlaufen, Schlittenfahren und Schwammerlsuchen im Wald.

Ein spezielles Thema sind Hunde: Ihre Fäkalien könnten die Böden so überdüngen, dass die Böden ihre Funktion als Lebensräume schutzbedürftiger Pilz- und Pflanzenarten verlieren. Um einer Überdüngung vorzubeugen, ist geplant, Hundekottüten-Spender und Abfallbehälter aufzustellen.

Das Amtsblatt mit der Schutzgebietsverordnung ist online verfügbar unter www.regierung.niederbayern.bayern.de/media/service/publikationen/rabl14_12.pdf.

 

Pm13010 1Kirschroter Saftling – einer der besonders geschützten kleinen Wiesenpilze (Foto Ingo Zahlheimer)

 

Pm13010 2Bunter Wiesen-Lebensraum im Naturschutzgebiet (Foto Ernst Obermeier)