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Pressemitteilung 16/2022

10.01.2022 - 16/2022
Landkreis Dingolfing-Landau / Städtebau
Jubiläum - 50 Jahre Städtebauförderung
Weitere 46,2 Millionen Euro für die Städtebauförderung in Niederbayern

2021 war ein Jubiläumsjahr: 50 Jahre Städtebauförderung – „sind“, wie Regierungspräsident Rainer Haselbeck im Gespräch mit Rolf-Peter Klar, Leiter des Sachgebietes Städtebau, Bauordnung der Regierung feststellt, „eine absolute Erfolgsgeschichte. Lebenswerte Innenstädte sind Pulsadern unseres Gemeinwesens. Die Städtebauförderung bietet auch aktuell ausgezeichnete Instrumente zur konkreten Gestaltung des Lebensumfeldes. In ganz Niederbayern finden wir großartige Beispiele für gelungene Sanierungen, für erlebbare Verbesserungen, für echte Nachhaltigkeit.“ 

Nach wie vor hat Corona die Welt fest im Griff   sichtbar und spürbar werden die gesellschaftlichen Auswirkungen auch in unseren Stadt- und Ortszentren. Kontaktbeschränkungen und Lockdowns setzen dem klassischen Einzelhandel sowie der Gastronomie zu und legen strukturelle Schwächen unserer Stadt- und Ortskerne offen. EU, Bund und Freistaat haben mit viel Geld gegengesteuert und nicht nur mit 46,2 Millionen Euro allein für Niederbayern die Förderquote erneut auf hohem Niveau stabilisiert, sondern mit dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ der Bayerischen Staatsregierung oder der EU-Innenstadtförderinitiative REACT-EU auch gezielt neue inhaltliche Impulse für unsere Innenstädte gesetzt.

Städtebauförderung in den Kommunen ist ein langfristiger, intensiver und diskursiver Prozess. Städtebauförderung unter Pandemiebedingungen mit immer wieder neuen Rückschlägen und Hürden, aber auch mit immer wieder neuen Initiativen stellt für die Kommunen und die Regierung von Niederbayern eine besonders große Herausforderung dar. „Ich habe“, wie der Regierungspräsident im Rückblick auf ein erneut forderndes Jahr hervorhebt, „größten Respekt vor den vielen Akteuren in den niederbayerischen Städten und Gemeinden, die sich nicht haben entmutigen lassen. Die nach dem Motto `jetzt erst recht` diese neuen Initiativen auch als Chance begreifen. Die mit Kreativität und Tatkraft versuchen, sich den Herausforderungen zu stellen.“ So konnten auch dieses Jahr wieder zahlreiche wichtige Projekte unterstützt und zum Abschluss gebracht werden.

Ein schönes Beispiel für eine Sanierung und Revitalisierung eines Gasthauses im Zentrum einer Ortschaft ist „Die Post“ im Markt Frontenhausen, Landkreis Dingolfing-Landau. Hierfür wurde ein traditionsreiches Gasthaus mit mehr als hundertjähriger Geschichte im Zentrum des Marktes saniert und umgenutzt. Für den Markt Frontenhausen war diese Maßnahme das größte Bauprojekt in der Ortsgeschichte.

Die Lage des Gebäudes am unteren Marienplatz könnte nicht idealer sein. Der Platz war bereits 2009 mit Hilfe der Städtebauförderung umgestaltet worden. Durch diese Aufwertungsmaßnahmen ist er heute wieder ein attraktiver Ort des Wohnens, Arbeitens und Einzelhandels.

Das neue Kulturgebäude am Marienplatz bietet im Erdgeschoss eine schwellenlos erreichbare Gaststätte mit neugestaltetem Biergarten. Die ehemaligen Fremdenzimmer im Obergeschoß dienen jetzt den ortsansässigen Vereinen als Treffpunkt und Besprechungsräume. Die alten Böden mit dem charakteristischen Fischgrät-Parkett wurden liebevoll instandgesetzt, die prächtigen Türen repariert und neu gefasst. Eine moderne Beleuchtung sorgt in allen Geschossen für zeitgemäße Akzente. Die größte Herausforderung der Sanierung war der Saal des Gebäudes. Der Anspruch war, hier künftig eine breite Palette von Veranstaltungen von Tanz bis Kabarett möglich zu machen. Die dafür notwendige, anspruchsvolle Technik wurde im Wesentlichen im Dachgeschoss des historischen Gebäudes untergebracht, um dieses Gründerzeitjuwel möglichst wenig zu beeinträchtigen. Heute präsentiert sich „Die Post“ wieder als ein identitätsstiftendes Zeugnis der Ortsgeschichte mit einer bunten und lebendigen Nutzung, von der die Bürger und die Ortsmitte profitieren. 
Bei förderfähigen Gesamtkosten von rund 6,8 Millionen Euro konnten für diese Maßnahme rund 5,2 Millionen Euro an Fördermitteln aus den Bund-Länder-Städtebauförderprogrammen „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ „Kleinere Städte und Gemeinden“, bereitgestellt werden.

Pm22016 1BU 1: Außenansicht des Gasthofes „Die Post“ im Markt Frontenhausen. Henning Koepke Fotografie, München

Pm22016 2BU 2: Innenansicht des Gasthauses „Die Post“ im Markt Frontenhausen. Henning Koepke Fotografie, München

Pm22016 3BU 3: Innenansicht des Gasthauses „Die Post“ im Markt Frontenhausen. Henning Koepke Fotografie, München

Pm22015 026BU: Regierungspräsident Rainer Haselbeck (rechts) und Rolf-Peter Klar, Leiter des Sachgebietes Städtebau, Bauordnung der Regierung besprechen die aktuelle Situation in der Städtebauförderung. Foto: Lisa Ertl, Regierung von Niederbayern

Die gewaltigen Herausforderungen der öffentlichen Haushalte nicht nur durch die Pandemie, sondern auch durch den Klimawandel oder die Digitalisierung nähren bei manchen Kommunen Zweifel am Fortbestand hoher Fördermittel. Die Städtebauförderung sieht der Regierungspräsident hier nicht gefährdet. Die Belebung der Innenstädte ist notwendiger denn je und wirksamer Klimaschutz beginnt mit Innenentwicklung und einer Konzentration auf den Baubestand, zwei Kernkompetenzen der Städtebauförderung. „Für die Städtebauförderung stehen auch im Jahr 51 ihres Bestehens die Signale weiter auf Grün“, wie Rainer Haselbeck abschließend festhält.